Victor Vinsetti auf und erzählte ihm ausführlich, daß er kaum mit dem Leben davongekommen sei. Er redete so, als hätte er nicht den geringsten Verdacht gegen ihn.
Trotzdem hatte Victor eine böse Vorahnung. Heimlich suchte er Kelly auf und gab ihm einige kleine Informationen. Dann tat Victor etwas Merkwürdiges, das letzten Endes ganz seinem Charakter entsprach. Er fuhr zu seinem Rechtsanwalt und setzte sein Testament auf. Ein Abschnitt darin lautete:
›Sollte ich eines gewaltsamen Todes sterben, so verfüge ich hiermit, daß eine Summe von hunderttausend Dollar von meinem Vermögen abgezweigt wird. Diesen Betrag soll diejenige Person als Belohnung erhalten, durch deren Hilfe mein Mörder entdeckt wird.‹
Am Nachmittag machte er einen Besuch bei Minn Lee, die ihn auf Tonys Wunsch telefonisch zu einer Tasse Tee eingeladen hatte.
»Bleib in deinem Zimmer, Liebling«, sagte Tony zu ihr. »Ich muß zunächst noch einiges mit Victor besprechen.«
Vinsetti kam um vier Uhr dreißig, eine Viertelstunde später tauchte Kelly auf. Die beiden hatten das so verabredet. In Wirklichkeit hatte der Beamte schon fünf Minuten nach Vinsettis Ankunft am Eingang des Gebäudes gestanden. Er beobachtete die Haustür und sah, daß einige Möbel herausgeschafft und auf einen Wagen geladen wurden. Es handelte sich um zwei große Sessel, ein Sofa, einen Garderobenständer und einen Tisch. Das Möbelauto setzte sich gerade in Bewegung, als Kelly ins Haus trat.
Angelo öffnete ihm.
»Victor ist schon wieder gegangen«, beantwortete er Kellys Frage. »Er wollte Minn Lee besuchen, aber sie hat Kopfschmerzen.«
»Wo ist Perelli?«
Tony saß auf dem sonnigen Balkon, und Angelo ließ ihn rufen.
»Vinsetti ist vor fünfzehn Minuten hierhergekommen, und ich habe ihn nicht weggehen sehen«, sagte Kelly scharf.
»Tut mir leid, aber er ist nicht mehr hier«, entgegnete Tony seelenruhig. »Möglich, daß er den Ausgang auf der Hinterseite benutzte.«
»Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich die Wohnung durchsuche?« erwiderte Kelly ziemlich rücksichtslos.
»Wenn es Ihnen Spaß macht – bitte!« sagte Tony lächelnd.
Vinsetti war tatsächlich nicht mehr da – aber wie er das Haus verlassen hatte, das blieb ein Geheimnis. Kelly kannte natürlich den hinteren Ausgang und hatte dort einen Mann postiert. Aber auch dieser Beamte hatte Vinsetti nicht gehen sehen.
Zwei Tage später fand man Victors Leiche in einem Parksee. Er war aus kürzester Entfernung erschossen worden. In seinen Taschen fand man achtzig vollständig durchweichte Tausenddollarnoten.
Perelli wurde aufs Polizeipräsidium bestellt und ausgefragt.
»Ich kann nur hoffen, daß Sie den Kerl fangen, der den armen Victor auf dem Gewissen hat«, meinte Tony, als er sich nach einem fruchtlosen Verhör sehr höflich verabschiedete. »In letzter Zeit nehmen diese Morde wirklich überhand.«
Tony Perelli nahm höchstpersönlich an der Beerdigung teil. In einem Panzerauto fuhr er direkt hinter dem Wagen mit dem Sarg her.
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