geeignet ist, um sowohl die Tiere und die Umwelt als auch den menschlichen Körper zu schützen. Daher ist es höchst erfreulich, dass der Veganismus seit einigen Jahren im deutschsprachigen Raum einen regelrechten «Boom» erlebt, vor allem bei der jungen Generation der Zwanzig- und Dreißigjährigen. Eine entsprechende vegane Info-Website mit vielen Videos und hilfreichen Links ist beispielsweise: www.7-gute-gruende.de.
Doch selbst wenn es einem zu umständlich und zu aufwendig erscheint, konsequent auf vegane Ernährung umzustellen und nebst Fleisch, Fisch und Eiern auch sämtliche Milchprodukte von seinem Speisezettel zu streichen, ist es doch zumindest wichtig, sich der weitreichenden Problematik der Tiermilch bewusst zu sein und wenn möglich den Milchkonsum schrittweise zu reduzieren.
Vitalität und körperliche Energie
Noch offensichtlicher wird die Tatsache, dass die bereits besprochenen Zivilisationskrankheiten in hohem Maße durch den Fleischkonsum verursacht werden, wenn wir Völker aus anderen Kulturkreisen betrachten, die nur sehr wenig oder gar kein Fleisch essen.
Seit einiger Zeit haben Wissenschaftler begonnen, die Gesundheit solcher Völker systematisch zu untersuchen, und ihre Ergebnisse sind eindeutig. Berühmt gewordene Beispiele sind ein Hirtenvolk in den Bergen von Ecuador und der Hunza- Stamm in Kaschmir sowie verschiedene Bevölkerungsgruppen Südindiens und des ländlichen Chinas, bei denen Krebs und Herzkrankheiten praktisch nicht vorkommen, obwohl es unter ihnen auffallend viele Menschen gibt, die über 80 Jahre, einige sogar über 110 Jahre alt werden. Im Jahr 2002 ging eine Meldung durch die Presse, dass der älteste Mensch der Welt eine 116 Jahre alte Chinesin «mit einem schnellen Verstand und einem Sinn für Humor» sei. Sie erklärte, sie habe nie Alkohol getrunken oder geraucht und habe erst in ihrem 110. Lebensjahr mal einen Bissen Fleisch probiert.
Nicht nur in Bezug auf die Lebenserwartung, sondern auch in Bezug auf das körperliche Leistungsvermögen schneiden die Vegetarier in Vergleichsstudien deutlich besser ab. Bei körperlicher Anstrengung beweisen sie eine viel größere Ausdauer als Fleischesser, und sie benötigen eine erheblich kürzere Erholungsphase, da vegetarische Nahrung auf eine natürliche Weise aufbauend wirkt, wohingegen Fleisch nur einen kurzen Energieschub gibt (ähnlich wie Kaffee), dann aber den Körper mit all den beschriebenen Nachteilen belastet.
Aus diesem Grunde ernährten sich auch die als durchtrainierte Muskelprotze geltenden römischen Gladiatoren laut neuesten Erkenntnissen meist vegetarisch – vornehmlich von Gerste, Bohnen, Hülsenfrüchten und (getrockneten) Früchten – und glichen weniger modernen Bodybuildern, sondern eher beleibten Sumo-Ringern.
Auch das Tierreich bestätigt diese Beobachtung: Man soll einmal versuchen, die Arbeit eines Ochsen, Kamels oder Pferdes einem Löwen, Tiger oder Hund aufzubürden. Außerdem zählen zu den größten und stärksten Tieren der Welt reine Pflanzenfresser, wie der Elefant, das Nashorn, der Gorilla oder der Büffel. (Gorillas fressen gelegentlich, wenn sie nichts anderes finden, auch Fleisch.)
Wie bereits erwähnt, verstärkt der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten das Problem des Übergewichts, denn diese Nahrungsmittel enthalten meist viel Fett. Vegetarier sind hier viel weniger gefährdet. Salopp gesagt: Dicke Vegetarier sind selten. Denn Vegetarier konsumieren bedeutend weniger fettreiche Fertigprodukte, und Veganer konsumieren sowieso kaum Industrienahrung, da fast jedes verarbeitete Nahrungsprodukt tierische Zutaten enthält. Deshalb essen sie viel mehr Früchte und Gemüse, was den gesunden Stoffwechsel sehr unterstützt.
Fleischkonsum geht oft mit Fast Food und Industrienahrung einher: Man isst zwar, aber man ernährt sich nicht. Da der Körper aufgrund dieser denaturierten Nahrung oft verschlackt ist und außerdem zu wenige lebenswichtige Enzyme bekommt, hungert er sogar bei vollem Magen und verlangt ständig nach Essen. Bei gesunder Frischkost (Früchte und Gemüse) erhält man unmittelbar die notwendigen Enzyme, Vitamine und Proteine bzw. Aminosäuren, weshalb man sich satt und gestärkt und gleichzeitig auch «leicht» fühlt. Tierische Nahrung hingegen wird praktisch immer erhitzt, entweder in der Produktion oder/und danach beim Kochen, weshalb die meisten Enzyme abgetötet sind. Andererseits enthalten sie viel Fett und Protein (sowie die bereits erwähnte Vielfalt an Schadstoffen).
Der ungesunde moderne Fast-Food-Lebensstil führt dazu, dass die Fettleibigkeit heute sogar bei einer steigenden Anzahl von Kindern und Jugendlichen zu einem gesellschaftlichen Problem wird. Eine entsprechende groß angelegte EU-Studie aus dem Jahr 2008 kommt zu dramatischen Ergebnissen: Fast jeder dritte Junge und jedes fünfte Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren ist zu dick, und jedes Jahr steigt die Zahl der übergewichtigen oder fettleibigen Jugendlichen um 400 000.
Ist der Mensch von Natur aus Vegetarier?
Eine weitere Frage, mit der Vegetarier und Veganer häufig konfrontiert werden, lautet: Ist der Mensch denn nicht von Natur aus ein Fleischesser oder zumindest ein Allesesser?
Auch dieser Zweifel beruht auf einem Missverständnis. Es stimmt zwar, dass der Mensch «alles» essen kann (also biologisch gesehen imstande ist, sowohl pflanzliche als auch tierische Substanzen zu verwerten), aber das heißt noch lange nicht, dass deshalb alles, was er zu essen vermag, für ihn auch gut und gesund ist. Im Gegenteil: Körperbau und Veranlagung zeigen deutlich, dass die vegetarische Ernährung für den Menschen viel natürlicher und ratsamer ist.
Dies wird anhand des nachfolgenden Vergleichs von fleisch- und pflanzenfressenden Säugetieren ersichtlich. Wo wäre in dieser Tabelle der Mensch einzuordnen?
Die Analyse macht deutlich, dass der Mensch von Natur aus viel eher ein Pflanzenesser als ein Fleischesser ist. Dies zeigt sich auch daran, dass der Mensch das getötete Tier nicht roh essen kann, sondern das Fleisch erst durch aufwendige Methoden – wie Abhängen, Klopfen, Marinieren, Kochen, Braten, Garen, Frittieren, Grillen usw. – zubereiten und würzen muss, bevor er überhaupt nur daran denken kann, es zu verzehren. Außerdem isst er in der Regel nur das Faserfleisch (Muskeln) und bestimmte Organe wie Niere und Leber. Knochen, Blut und Gedärme hingegen – die mineralstoff- und proteinreichsten Teile der Tierleiche – verschmähen die meisten Menschen. Kein Wesen, das von Natur aus zum Fleischverzehr bestimmt ist, tut das.
Umstellung auf vegetarische Ernährung
Obwohl die vegetarische Ernährung für den Menschen also viel natürlicher und gesünder ist als das Essen von Fleisch, fällt es vielen nicht leicht, sogleich auf eine rein vegetarische Ernährung umzustellen. Dies hat zum einen mit Gewohnheit und sozialem Druck zu tun, des öfteren aber auch mit einer nicht erkannten Sucht. Wie bereits erwähnt wurde, enthält das Fleisch gewisse Stoffe (Zerfallsprodukte und chemische Zusatzstoffe), die eine physische Abhängigkeit erzeugen. Dies zeigt sich jedoch erst dann, wenn der Körper diesen «Stoff» nicht mehr bekommt. Die betroffene Person wird anfänglich unter einer Art Entzugserscheinung leiden (unbändiges Verlangen nach Fleisch, Nervosität, Gereiztheit sowie ein Gefühl, «nicht richtig gegessen» zu haben).
Hinzu kommt, dass die Verdauungsorgane bei vielen Menschen durch die industrialisierte Kost geschwächt und durch die Übermengen an Gluten «verklebt» sind. Wenn sich der Körper nun auf eine gesunde, reinigende Nahrung einstellt, führt dies in der Anfangsphase zu einer Entgiftung. Wenn zum Beispiel frische Früchte Blähungen auslösen, so ist dies nichts anderes als ein Anzeichen dafür, dass die Reinigung des Körpers, angefangen mit dem Abbau der «Verklebungen», einsetzt. Wer sich von diesen sogenannten Erstverschlimmerungen nicht irremachen lässt, wird sehr bald spüren, dass diese Nebenerscheinungen abklingen und dass der gereinigte Körper fähig wird, aus der gesunden Nahrung reichlich Vitalstoffe aufzunehmen, was zu einem Gefühl von Leichtigkeit und neuer Energie führt.
Bei der Umstellung auf eine vegetarische Ernährungsweise sind zuweilen gewisse Fleischersatzprodukte (aus Seitan, Lupinen, Soja usw.) anfangs eine willkommene Erleichterung. Viele nutzen den Schwung dieser positiven Umstellung auch dazu, sich gesamthaft bewusster und gesünder zu ernähren, indem sie ihren Konsum an Weißmehl, raffiniertem Zucker, nährstoffarmen Fertiggerichten und dergleichen reduzieren. Statt dessen achten sie vermehrt darauf, vollwertige und abwechslungsreiche Nahrung, bestehend aus frischem Obst, Salaten und Gemüse, zu sich zu nehmen. All dies wird sich sehr bald in einem neuen, verfeinerten Lebensgefühl bemerkbar machen.