Rainer Wohlfahrt

Fotografieren mit Schwarzweißfilm


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       Fotopapiere

       Einen Probestreifen belichten

       6 Anhang

       Einkaufsliste für die analoge Fotografie

       Für die Aufnahme

       Für die Filmentwicklung

       Für die Dunkelkammer

       Für die Nachbearbeitung

       Ein universelles Rezept für die Entwicklung von Schwarzweißfilmen

       Schnellcheck für gebrauchte Kameras und Objektive

       Index

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       Zirkuskind, Unna, 1997. Leica, 40 mm, Kodak T-Max 400

       VORWORT

      Mit diesem Handbuch möchte ich Ihnen den Einstieg in die analoge Schwarzweißfotografie erleichtern, vom Kauf der Kamera bis zur vollendeten Vergrößerung. Ich vermittele Ihnen darin nur das unbedingt Wissenswerte, sodass Sie nach der Lektüre in der Lage sein werden, Ihre SW-Filme selbst zu entwickeln und zu vergrößern. Tatsächlich ist das hierfür benötigte Grundwissen relativ überschaubar, ebenso der finanzielle Aufwand, da viele der benötigten Geräte gebraucht gekauft werden können.

      Sie werden hier keine Erklärungen zur Handhabung von Kameras oder zu fotografischen Grundregeln finden. Dies ist kein Lehrbuch über Fotografie, sondern eine unkomplizierte Anleitung, um auf analogem Weg zu einem klassischen, selbst gemachten Schwarzweißbild zu kommen.

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       Abbildung 1.1: Gräser mit Tau, Walkersbach, 2004. Linhof, 150 mm, Ilford FP4

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      Sollten Sie bereits eine passende Kamera besitzen, können Sie die folgenden zwei Kapitel überspringen. Für alle anderen bedeutet der erste Schritt in die analoge Fotografie den Erwerb eines geeigneten Fotoapparates. Lässt man den in letzter Zeit boomenden Markt der Sofortbildkameras außer Acht, ist das Angebot an neuen Analogkameras eher überschaubar und im Allgemeinen auch recht teuer. Die Suche nach einer gebrauchten Kamera erscheint daher sinnvoll, und hierfür gibt es glücklicherweise einen großen Markt.

      Fragen Sie auch bei Verwandten und Bekannten nach – mit etwas Glück haben Sie hier schon Erfolg.

      Auch die Suche auf Flohmärkten oder in den Regalen von Recyclinghofläden kann erfolgreich sein. Wenn Sie sich allerdings bereits auf eine bestimmte Marke oder ein besonderes Modell festgelegt haben, suchen Sie am besten von Anfang an in den wenigen Fotoläden, die Gebrauchtwaren verkaufen, oder bei Onlineanbietern. Der Einkauf beim Händler hat den Vorteil, dass wegen der Gewährleistungspflicht für gebrauchte Artikel die Möglichkeit besteht, eine beschädigte Kamera zurück zu geben – diese entfällt bei Privatverkäufen, bei denen der Käufer das alleinige Risiko trägt.

      Die wichtigste Eigenschaft, die Ihre neue Kamera vor allen anderen haben soll, ist ihre einwandfreie und dauerhafte Funktionsfähigkeit. Für Informationen über klassische Kameras ist das Internet eine gute Quelle. Dort finden Sie in den meisten Fällen auch Aufschluss darüber, welche bekannten technischen Schwachstellen einzelne Modelle haben können.

      Da es nach wie vor Werkstätten gibt, die in der Lage sind, ältere Kameras zu reparieren, muss der preiswerte Ankauf einer defekten Kamera kein Fehler sein. Ärgerlich wird es aber, wenn der Fotoapparat beim Kauf bereits kostspielig war und die Reparatur ihn nochmals übermäßig verteuert und sich im schlechtesten Fall dann herausstellt, dass er gar nicht mehr in Stand gesetzt werden kann. Elektronisch gesteuerte Kameras sind oftmals aus Mangel an Ersatzteilen nicht mehr zu retten, rein mechanisch funktionierende hingegen schon, weil es bei vielen von ihnen mit ein wenig Justage, Reinigung und Schmierung an den richtigen Stellen bereits getan ist. Mechanische Kameras werden öfter durch seltenen Gebrauch und den daraus resultierenden verharzten Fetten unbrauchbar als durch Überbeanspruchung.

      Vergessen Sie auch nicht, dass viele der in Frage kommenden Kameras mittlerweile zwischen 20 und 50 Jahre alt sind und nicht allen das Altern gut bekommen ist. Bei einem Neukauf sollte naturgemäß alles funktionieren. Bei einer gebrauchten Kamera müssen Sie hingegen ihre Funktion überprüfen, und das ist gar nicht so kompliziert.

      Grundsätzlich sollen sich alle Einstellelemente leicht und spielfrei bewegen lassen. Bei Kameras mit einem Balgen darf dieser nicht löchrig oder spröde sein. Mit geöffneter Kamerarückwand überprüfen Sie, ob der Verschluss unbeschädigt ist und sich bei allen Belichtungszeiten plausibel öffnet und schließt. Das Objektiv muss, auf unendlich eingestellt, weit entfernte Objekte im Sucher scharf wiedergeben. Der Sucher selbst sollte klar und sauber sein. Mit eingelegter Batterie müssen alle Anzeigen im Sucher funktionieren und eventuell vorhandene Automatikeinstellungen das machen, wofür sie gedacht sind. Vor dem Einlegen einer neuen Batterie schauen Sie nach, ob das Batteriefach sauber ist. Manch vergessene Batterie befindet sich darin seit Jahrzehnten und ist mit der Zeit ausgelaufen, was zu verschmutzten oder korrodierten Kontakten führt. Bisweilen ist dies durch eine einfache Reinigung zu beheben, oft bewirkt es bei der Kamera aber einen Totalschaden. Einige Fotoapparate benötigen Batterien, die heute nicht mehr erhältlich sind. Rein mechanische Modelle lassen sich im Gegensatz zu den elektronischen unter Verzicht auf den eingebauten Belichtungsmesser auch ohne Batterie benutzen. Mehr Spaß macht es allerdings, wenn alles funktioniert wie vorgesehen. In diesem Fall müssen Sie sich dann nach einer Adapterlösung umsehen oder die Kamera in einer Fachwerkstatt für die Nutzung moderner Batterie umbauen lassen. Alternativ zu den verbotenen, auf Quecksilber basierenden Batterien gibt es mittlerweile Zink-Luft-Batterien mit der entsprechenden Spannung und in der richtigen Größe wieder neu zu kaufen.

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      Abbildung 1.2: Den Lamellen dieses Verschlusses ist nicht mehr unbedingt zu vertrauen.

      Unbedingt prüfen sollten Sie – so vorhanden – den Zustand der Lichtdichtungen im Bereich der Rückwandklappe. Bei Spiegelreflexkameras betrifft dies zusätzlich den Spiegeldämpfer (ein kleiner Streifen aus Schaumstoff unterhalb der Mattscheibe, an den der hochgeklappte Spiegel anschlägt). Diese Teile bestehen häufig aus einem Schaumstoffmaterial, das mit den Jahren schmierig-klebrig oder bröselig werden kann und ausgetauscht werden sollte. Ein sich auflösender Spiegeldämpfer kann zu einer hässlichen und nur schwer zu reinigenden Verschmutzung des Spiegels oder der Mattscheibe führen. Das ist unschön, mitunter störend, wirkt sich aber nicht auf die Bilder aus. Im Bereich der Rückwand kann eine fehlerhafte Lichtdichtung allerdings zu einem Lichteinfall führen, der den Film verschleiert oder komplett unbrauchbar macht. Je neuer eine