DER KOSTEN
Durch recht sparsames Verhalten und Planung haben wir es geschafft, die Kosten in einem überschaubaren und für uns finanzierbaren Rahmen zu halten. Zusammengefasst und auf uns fünf Mitglieder aufgeteilt waren die Ausgaben für das WSG tragbar. Die entstandenen Kosten konnten wir begleichen, indem wir uns verschiedene Möglichkeiten überlegten.
Wir machten Straßenmusik: Vom Cello begleitet sangen wir in Einkaufspassagen und an belebten Straßen mehrstimmige Lieder. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich mit dieser Tätigkeit ein Essen finanzieren kann! Auch spielten ein einstudiertes Straßentheaterprogramm, um ein wenig dazuzuverdienen.
Wir alle gaben für das WSG von unserem privaten Geld, was wir konnten – Taschengeld und Angespartes. Von Verwandten und Freunden bekamen wir immer wieder Spenden.
Einen guten Teil unserer Kosten konnten wir dank einer großzügigen Spende der MAHLE-Stiftung decken. Dieser berichteten wir schon sehr früh von unserer Idee und waren sehr erfreut und tief dankbar, als man uns eine Unterstützung zusagte. Wir möchten hier einem zukünftigen WSG sehr ans Herz legen, Stiftungen oder anderen Unterstützern ihr Projekt vorzustellen. Uns hat diese finanzielle Entlastung sehr erleichtert.
ÜBER DIE DOKUMENTATION
Im Laufe der Vorbereitung, wie sie hier skizziert ist, wuchs ein immer größer werdender Kreis von Unterstützern und Interessierten, Freunden und Bekannten, die uns fördern wollten. Wir beschlossen deshalb, eine Möglichkeit zu schaffen, mit deren Hilfe man uns auf dem Weg begleiten konnte. Wir sammelten alle Mailkontakte und schrieben jeweils nach einer Etappe einen ausführlichen Bericht über die jüngste Entwicklung, beschrieben das Gelernte, die Arbeitsatmosphäre, die Gruppendynamik, das Erlebte und Behandelte. Dies eröffnete uns, neben der Idee, unsere Begleiter »mitzunehmen«, die Möglichkeit, die einzelnen Etappen auch selbst noch einmal zu reflektieren und zu verarbeiten.
Abgesehen davon, dass jeder von uns auf individuelle Weise während der gemeinsamen Zeit sein eigenes »WanderStudiums-Buch« führte, wurde uns sehr schnell deutlich, wie wichtig es war, unsere Erlebnisse auch für andere Menschen festzuhalten. Wie aber sähe eine angemessene Dokumentation aus, fragten wir uns.
Bis wir die für uns stimmige Form gefunden hatten, war es ein langer Weg, da sich immer wieder Fragen mit hoher Relevanz für die Gestaltung des gesamten Projekts auftaten:
Einerseits waren wir überzeugt davon, dass wir all die geschenkte Zeit und Erfahrung nicht allein für uns behalten, sondern auch den Menschen den Zugang dazu ermöglichen wollten, die ein Interesse daran haben könnten. Andererseits stand das individuelle Lernen für uns im Fokus, das möglichst nicht durch das Einhalten verpflichtender Formen eingeschränkt werden sollte. Zeitweilig gab es auch die Überlegung, ob einer von uns die Dokumentation für andere Menschen allein übernähme (möglicherweise auch in Etappen wechselnd), damit wir diesem Thema in der Gruppe nicht zu viel Zeit einräumen müssten. Dann wurde uns aber klar, dass die Darstellung unserer Erlebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven ein wichtiger Aspekt war, sodass wir uns schließlich dagegen entschieden.
DIE BERICHTE
Schlussendlich fanden wir eine Form, die uns angemessen und realisierbar erschien: Zu jeder Etappe unserer Reise gab es einen abschließenden Bericht, welcher Auszüge der Aufzeichnungen jedes Teilnehmers enthielt und von einer Person zusammengefasst und geformt wurde. Dieses Amt wechselte mit jedem Bericht. Den Bericht sandten wir von unserer nicht zuletzt für diesen Zweck eingerichteten WSG-Mailadresse an all jene, die ihn erhalten wollten. Ein Blog erschien uns für diese Inhalte zu unpersönlich. Am Ende des Projekts hatten sich über hundert Kontakte in unserem Adressbuch angesammelt. Jeder, der in diesem Verteiler war, hatte direkt (und/ oder persönlich) mit uns Kontakt gehabt und den Wunsch geäußert, die Berichte zu erhalten.
Erst beim Schreiben realisierten wir, wie ungleich viel schwerer es ist, aus fünf oft sehr unterschiedlichen Texten einen runden und aussagekräftigen Bericht zu gestalten. Doch immer wieder wurde uns bewusst, wie viel wir von dem beschriebenen Kurs dadurch mitnehmen konnten, dass wir uns beim Zusammenfassen ganz auf die Darstellung der anderen einlassen mussten. Zu wissen, dass unter diesen Texten unsere fünf Namen ihren Platz fanden, war immer wieder ein Gefühl, das uns mit Glück erfüllte und uns als Gruppe stärkte. So erfuhren wir tiefe Dankbarkeit, diese Berichte mit anderen Menschen teilen zu dürfen, die uns oftmals mit konstruktiver Kritik, Ermutigungen und Lob bedachten und uns dadurch durch unser Projekt trugen.
Doch die eigenen Aufschriebe, also alles, was wir häufig an Material von unseren Dozenten erhielten und die oben beschriebenen Berichte sollten nicht alles bleiben, was dieses Projekt abbildet. Dieses Buch wurde ein weiterer Teil. Wir hätten es wohl kaum gewagt, einen Verlag mit der Frage anzuschreiben, ob wir dort ein Buch über unseren Impuls veröffentlichen könnten. Doch wie an so vielen Stellen kam uns auch hier ein wahres Geschenk zugeflogen: Über Kontakte erfuhr ein Verleger von unserem Projekt und ließ sich in den Verteiler unserer Berichte aufnehmen. Und bald darauf erreichte uns die Frage: »Können wir uns nicht einmal zusammensetzen und über eine mögliche Veröffentlichung nachdenken?«
Wir staunten nicht schlecht über dieses Angebot, hatten aber zunächst auch einige Bedenken und Zweifel an unseren Fähigkeiten und zeitlichen Kapazitäten. Doch die Vorstellung, unsere Erfahrungen in dieser Form weitergeben zu dürfen, beglückte uns so sehr, dass wir der Veröffentlichung eines Buchs zusagten. Aufgrund zeitlicher Hindernisse und der Tatsache, dass es sehr komplex und anstrengend geworden wäre, zu fünft ein Buch zu schreiben, entschieden wir, dass drei von uns diese Arbeit übernehmen würden. In Verbindung damit entstand dann auch die Entstehung unserer Website als Plattform für mögliche nächste WanderStudenten sowie Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitschriften.
REISEÜBERSICHT
Die folgende Übersicht zeigt, wie lange wir an welchen Orten und mit welchen Dozenten an welchen Themen gearbeitet haben.
21. – 27. Mai 2018: Pause
07. – 17. Juni 2018: Unvorhergesehene Pause
So entstand durch unsere Reiseroute auch unser Logo:
DIE ETAPPEN
1. ETAPPE: CLOWNERIE UND SCHAUSPIEL
01. – 07. April 2018: Christiane Zanger,
Figurentheaterregisseurin und Musikerin (Tübingen)
Sich nach der Schule mit bisher Unbekannten auf einen Weg ins Unbekannte zu machen, um gemeinsam dem Impuls, lernen zu wollen zu folgen, wirft ganz zu Beginn viele Fragen auf. Die meisten beantworteten sich auf dem Weg: durch das ständige Miteinander