werden spezifische Stammtische für Pumpenträger organisiert (z. B. DDB, Deutsche Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes e. V.; Kontaktadressen siehe Kap. 19.7).
2.5 Ambulante Nach- und Weiterbetreuung
Eine regelmäßige Nachbetreuung auf hohem Niveau ist für den langfristigen Erfolg der Insulinpumpentherapie genauso wichtig wie die erste Pumpenschulung.
Prof. Spraul führte bei 47 Insulinpumpenträgern, die in den Jahren 1990 – 1993 an der Universitätsklinik Düsseldorf (Prof. Dr. med. M. Berger) geschult worden waren, Jahre später eine Nachuntersuchung durch.[28] Es zeigte sich, dass nur Pumpenträger, die im Anschluss an die initiale Schulung auch eine engmaschige Weiterbetreuung in ihrem Pumpenzentrum in Anspruch genommen hatten, die verbesserte Stoffwechseleinstellung aufrechterhalten konnten. Bei den anderen Diabetikern verschlechterte sich die Einstellung im Lauf der Jahre wieder.
Bei der Weiterbehandlung der Insulinpumpenpatienten gelten immer dieselben Gesetzmäßigkeiten, egal ob diese von einer Schwerpunktpraxis oder einer Universitätsklinik durchgeführt wird. Sie muss von einem erfahrenen und spezialisierten Diabetesteam engmaschig, zumindest quartalsweise, durchgeführt werden. Bei den Konsultationen sollten neben den für alle Diabetiker obligatorischen Untersuchungen (HbA1c, Blutfette, Mikroalbuminurie, Blutdruck, Körpergewicht etc.) folgende Aspekte berücksichtigt werden:
Anamnese
Körperliche Untersuchung
–Zeichen einer lokalen Infektion? (Siehe Kap. 3.3.7.)
–Narbenbildung? (Siehe Kap. 3.3.6.)
–Zeichen einer Lipohyper- oder -hypotrophie? (Siehe Kap. 3.3.6.)
Therapieoptimierung anhand des Diabetestagebuchs
Natürlich können nicht bei jedem Ambulanzkontakt alle Punkte der folgenden Liste abgearbeitet werden. Die Punkte sollten jedoch zumindest angesprochen und bei entsprechendem Bedarf vertiefend besprochen werden.
–Häufigkeit? Fremdhilfe?
–Entstehung aus einer vorangegangenen Blutzuckerkorrektur / aus einem falsch kalkulierten Mahlzeitenbolus / bei Bewegung?
–„Passende“ Therapie oder übermäßige Einnahme von Not-BE mit nachfolgender Hyperglykämie?
–„Passende“ Korrekturregeln oder übermäßige Korrekturinsulingaben mit nachfolgenden Hypoglykämien?
–Wird bei BZ-Werten über 250 mg/dl ein Ketontest durchgeführt?
–Häufigkeit und Menge von Kohlenhydratzufuhren ohne Bolusgabe?
–Wird ein Spritz-Ess-Abstand eingehalten?
–Wird nach Art der Kohlenhydrate differenziert?
–Realistische BE-Schätzung?
–Werden größere Mengen Fett und Eiweiß bei der Bolusgabe berücksichtigt?
–Werden die Faktoren tageszeitlich variiert?
–Überprüfung der Einstellungen des Bolusrechners (siehe Kap. 5.5)
–Bei zu hohem Nüchternwert: Wurde die Ursache mit nächtlichen Blutzuckermessungen geklärt (unbemerkte Hypoglykämien)?
–Konstante Basalrate: Diabetesdauer, Nüchtern-Blutzucker, Nachtwert?
–Basalrate stundenweise von 0 I.E.?
•Extrem niedriger Insulinbedarf?
–Große Sprünge in der Basalrate von Stunde zu Stunde?
–Basalrate in der Nacht erheblich höher als am Tag?
•„Später Fett- und Eiweiß-Esser“?
•Gastroparese?
–Basalrate am Tag erheblich höher als in der Nacht?
•Kompensation zu geringer Mahlzeitenboli durch zu hohe Basalrate?
•Kortisondauertherapie über längere Zeit?
•Erheblicher Alltagsstress?
–Basalratentest durch Mahlzeitenauslassversuch (siehe Kap. 4.1)
•Wann zuletzt durchgeführt?
•Patienten zu quartalsmäßigen Basalratentests ermuntern, bei Unklarheiten kurzfristig häufiger.
–Zu erwarten ist ein Verhältnis von ca. 1 : 1 (gilt für Erwachsene mit „normaler“ körperlicher Alltagsaktivität)
–Zu großer Bolusanteil: Häufige Korrekturinsulingaben / zu hoher I.E./BE-Faktor / Basalrate zu niedrig?
–Zu großer Basalratenanteil: Häufige Hypoglykämien / sehr häufige Zufuhr geringer BE-Mengen („snacken“) / fehlende Fett- und Eiweißabdeckung mit verzögerten Bolusgaben (siehe Kap. 5.3) / kohlenhydratarme Ernährung?
–Therapieanpassung an Sport, Krankheit, zyklusabhängige Schwankungen?
–Einfachstes Maß: Standardabweichung (bei Auswertung mit spezieller Software), Time in Range
–Visuelle