Kerstin Steiner

Hollywood Hills - Crazy, Sexy, Cool


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nicht…

      „Come on sweet Caroline, you´re my sweet Caroline…“

      Ihr wurde heiß und kalt – er wusste ganz genau, wer sie war, die ganze Zeit musste er es gewusst haben, denn sie hatte ihren Vornamen mit Absicht nie genannt, um sicher zu gehen, dass er sich nicht erinnern würde.

      Immer noch summte er weiter, während ihre Gedanken sich überschlugen. Was sollte sie nun sagen?

      Wie festgeschraubt stand sie noch immer nah vor ihm, ihr Herz schlug wild gegen ihren Brustkorb.

      „Ich…“, begann sie zögernd. Doch er ließ sie nicht zu Wort kommen.

      Leise raunte er in ihr Ohr: „Glaubst du wirklich, ich hätte so jemanden wie dich je vergessen, Babe? Niemals. Die wirklich Guten vergesse ich nie…!“

      Seine Stimme brach ab, er schluckte.

      Caroline sah ihm verwirrt in die Augen. Wovon sprach er da? Welche Guten? Das konnte er doch nicht wirklich so meinen? Sie musste weg und das so schnell wie möglich.

      Wieder…schnell weg.

      Eilig wandte sie sich ab und rannte fast in Richtung der Tür, doch er kam ihr mit großen Schritten nach und hielt sie an der Schulter fest.

      „Moment mal, das kannst du nicht machen! Nicht noch mal, Caroline!“

      Die Art, wie er ihren Namen aussprach, ließ ihr fast das Blut in den Adern gefrieren.

      Heftig riss sie sich los und rannte den Gang zur Lobby entlang, so schnell wie sie die hohen Absätze trugen.

      Tränen strömten über ihr heißes Gesicht.

      Kapitel 2

      Fassungslos blickte er der davonrennenden Caroline nach und schlug dann beide Hände vors Gesicht. Was war er doch für ein Idiot! Wie konnte er nur so dämlich auf sie reagieren?

      Vier Jahre hatte er darauf gebrannt, sie wiederzusehen.

      Kein Tag war vergangen, an dem sie sich nicht in seine Gedanken geschlichen hatte, niemals hatte er damit gerechnet, sie zu treffen, je wieder ihre verführerische Stimme zu hören, zu sehen, wie sie sich verlegen eine ihrer blonden Haarsträhnen hinters Ohr schob, wie sie lächelte und dabei Funken aus ihren Augen zu sprühen schienen. Vier lange Jahre…

      Er hatte sie sofort erkannt, als er den Raum betreten hatte. Sein Herz hatte einen Satz gemacht, der gereicht hätte, den Ärmelkanal zu überspringen, aber er wollte cool bleiben, so tun, als ob es ihm gar nichts ausgemacht hätte, was vor vier Jahren geschehen war.

      Sie hatte ihm so verdammt wehgetan, aber das wusste sie vermutlich nicht einmal. Und er…er hatte vor sich nicht zugeben wollen, wie sehr er sie vermisst hatte.

      Da stand sie dann plötzlich wieder vor ihm, aus heiterem Himmel, und tat noch so, als wäre nie etwas zwischen ihnen passiert, als wären sie vollkommen Fremde.

      Das hatte ihn herausgefordert – er wollte sie herausfordern, aber sie hatte so kühl reagiert, dass es ihn noch mehr aufgebracht hatte.

      Anstatt sie einfach in die Arme zu nehmen und wenigstens noch einmal den Geruch ihrer Haare einzuatmen, den er nie vergessen hatte, musste er wieder den Macho rauskehren und einen blöden Spruch nach dem anderen machen.

      Wütend trat er mit dem Fuß die Tür des Raumes zu und wandte sich der mehr als verwundert dreinblickenden Kate zu, sie sah ihn fragend an.

      Widerwillig schüttelte er den Kopf.

      „Frag mich nicht, bloß nicht!“, grollte er und lief aufgebracht auf und ab.

      „Ich bin hier heute fertig, ich kann nicht mehr reden, ich will nicht mehr, ich muss allein sein, verdammt!“

      Er stürmte auf den Ausgang zu, da fiel ihm noch etwas ein. Abrupt blieb er stehen.

      „Du Kate?“ Er sah sie fragend an.

      „Hast du vielleicht von der Frau vorhin eine Karte oder so was?“

      Sein Herz klopfte erneut unregelmäßig bei dem Gedanken daran, dass er sie so vielleicht doch noch einmal sehen könnte.

      Kate zog die Augenbrauen missbilligend hoch.

      „Du weißt doch, kein privater Kontakt zu Leuten von der Presse, Rick, auch wenn sie so hübsch sind wie die junge Dame von gerade.“

      Rick machte einen verzweifelten Schritt auf Kate zu und schüttelte langsam den Kopf.

      „Bitte Kate, ich brauche etwas, wie ich sie erreichen kann, das ist sehr wichtig für mich. Es ist nicht, was du denkst. Ich kenne sie schon lange – lange bevor sie Journalistin war. Es gibt da etwas zu klären zwischen uns“, sprudelte er hervor.

      Erstaunt sah Kate den flehentlich dreinblickenden Rick an.

      Was war denn nur mit ihm los? So kannte sie ihn gar nicht.

      Sie hatte angenommen, er wolle die niedliche Journalistin abschleppen, doch so verzweifelt wie er reagiert hatte, musste noch mehr dahinterstecken.

      Sie atmete tief durch.

      „Also gut, ausnahmsweise. Ich finde heraus, wo sie wohnt und wie du sie erreichen kannst und sage dir dann Bescheid. Aber Rick – mach keinen Unsinn, hörst du?“

      Der Ermahnte strahlte übers ganze Gesicht.

      „Niemals, das weißt du doch!“

      Mit diesen Worten stürmte er eilig aus dem Zimmer und rannte hinauf in seine Suite. Dieses Mal würde Caroline ihm nicht so einfach entwischen wie vor vier Jahren, das würde er bestimmt nicht noch einmal zulassen.

      Oben angekommen lief er im Zimmer auf und ab wie ein Tiger im Käfig.

      Seine Gedanken überschlugen sich.

      Was sollte er tun, wenn Kate Carolines Adresse herausfand? Er konnte ja schlecht einfach vorbeigehen oder sie anrufen. Was, wenn sie ihn gar nicht sehen wollte? Immerhin war sie damals urplötzlich verschwunden…

      Bei dem Gedanken an jenen Morgen vor vier Jahren wurde ihm das Herz schwer. Gedankenverloren fingerte er eine Packung Zigaretten aus der Hosentasche, zündete sich mit zittrigen Fingern eine Zigarette an und inhalierte tief. Etwas ruhiger ließ er sich rücklings aufs Bett fallen und starrte an die stuckgeschmückte Decke.

      Vier Jahre war es nun her, dass er in einem ähnlichen Hotelzimmer aufgewacht war, neben sich gegriffen hatte, in der Erwartung Carolines weichen Körper zu spüren und noch einmal dort weiter zu machen, wo sie in der letzten Nacht aufgehört hatten, doch sein Griff war ins Leere gegangen.

      Auf dem Kopfkissen hatte nur ein Bogen Hotelbriefpapier gelegen.

      „Verzeih mir, ich kann das nicht. Caroline.“

      Obwohl er den Zettel wütend zerfetzt hatte, hatten sich die Worte in sein Hirn gebrannt. Immer wieder hatte er versucht zu begreifen, was sie damit gemeint haben könnte, was er falsch gemacht hatte.

      Er hatte alles versucht, sie ausfindig zu machen, hatte nächtelang nicht geschlafen und schließlich einsehen müssen, dass sie tatsächlich einfach aus seinem Leben verschwunden war und nichts außer Erinnerungen hinterlassen hatte…und eine unterschwellige Sehnsucht, die niemals aufgehört hatte.

      Sie hatte ihn verzaubert vom ersten Moment an, als er sie gesehen hatte. Immer wieder hatte er in den letzten Jahren ihre Begegnung im Traum durchlebt und immer wieder war er am Ende schweißgebadet aufgeschreckt mit dem gleichen unangenehmen Gefühl im Magen und einem schmerzlichen Ziehen im Herzen.

      Und jetzt?

      Jetzt hatte ihr Aufeinandertreffen alle Gefühle erneut an die Oberfläche gespült, extremer als je zuvor.

      Wie sollte er damit umgehen?

      Er hatte sich vorgenommen, nie wieder etwas so nah an sich heran zu