könnte uns die Frage so aus dem Blick geraten, warum wir überhaupt noch hier sein müssen? Für uns alle gilt, was JESUS dem reichen Jüngling sagt: »Leichter geht ein Kamel durchs Nadelöhr als ein Reicher in das Reich Gottes!« Wir müssen uns angesprochen fühlen.
Als ich das erste Mal verstanden habe, dass etwas Wunderbares im Reich Gottes auf mich wartet, da hat mich im nächsten Moment die Frage überwältigt: »Und warum nicht jetzt sofort?« Hier auf der Erde sind wir unnütze Knechte. Unser Handeln und Tun ist von Unvollkommenheit, Scheitern und mancher Sinnlosigkeit begleitet. Die Reichtümer, die wir sammeln, gehen kaputt, veralten, werden geklaut oder langweilen uns nach kurzer Zeit. Von paradiesischem Essen werden wir fett und krank. Haben wir kein Geld, rackern wir uns ab, um welches zu bekommen. Haben wir welches, zermartern wir unser Hirn, wie wir den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen und was wir tun können, damit es morgen auch noch da ist. Überall lauern die Nepper, Schlepper und Bauernfänger, um uns möglichst viel davon wieder abzunehmen. Na gut, heute sind es die Enkeltrick- und Internet-Betrüger, das Phishing und die Kreditkartenhaie. Motten, Rost und Diebe bedrohten zu JESU Zeiten den Wohlstand, heute sind es Bankenkrisen, Inflation und Internet-Kriminalität.
Wieso lässt uns JHWH jahrzehntelang in dieser bedrohlichen Situation? Wieso müssen wir ertragen, dass nicht nur unser Reichtum bedroht ist, sondern auch unser Körper, unsere Gesundheit und unsere Familie? Selbst unsere Gesellschaft siecht dahin und zerfällt langsam, aber sicher. Nicht nur das, auch unsere Seele ist bedroht! Die Botschaft an die sieben Gemeinden aus der Offenbarung macht deutlich, dass eigentlich niemand die Chance hat, mit weißer Weste, mit reiner Seele in das ´Reich Gottes` zu kommen. JESUS bringt es in L2017, Markus 13:20, <JJP> auf den Punkt:
»Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er diese Tage verkürzt.«
JESUS und SEIN Vater, JHWH, wissen um unsere Bedrängnis und unsere Gefahr, sonst würden diese Tage der Not nicht verkürzt werden. Da drängt sich die Frage auf: Warum werden diese Tage nicht auf Null verkürzt? Warum dürfen wir nicht, direkt nach unserer Errettung – wie Elia – auf einem feurigen Wagen in den Himmel gebeamt werden? Wenn JESUS um unser Schicksal weiß, wenn wir unser Ziel erreicht haben und das Ewige Leben uns schon sicher ist, worauf warten wir dann hier noch? Wenn es Gott schon nicht tut, warum sollte ich mich dann nicht selbst mit einem vergifteten Strick erschießen, um ein bisschen früher in den Himmel zu kommen? Ich finde diese Frage überhaupt nicht müßig, denn hier geht es, denkt man ein bisschen weiter, ganz schnell um die Glaubwürdigkeit JHWHs: Ist SEINE Liebe für mich wirklich so unaussprechlich groß, wenn ER mich in dieser Bedrängnis so lange schmoren lässt?
Nach diesen ketzerischen Fragen: Wenn JHWH etwas tut, so hat das einen Grund. Das ist das, was ich immer wieder erfahren habe. Nur weil ich diesen Grund nicht kenne, heißt es nicht, dass es ihn, den Grund, nicht gibt. Also: Was machen wir hier zwischen Errettung und irdischem Tod? Warum müssen wir – obwohl JESUS uns das Ewige Leben schon erkauft hat – auf den Eintritt in das Paradies in der Regel noch etliche Jahrzehnte warten?
Wir haben einen Auftrag! Lesen wir NTR, Matthäus 28:19+20, <JJG>:
»Darum geht hin und macht alle Nationen zu Jüngern; tauft sie in den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, all das zu bewahren und zu beachten, was ich euch angeordnet habe. Und siehe, ich bin mit euch, bis zur Vollendung des Zeitalters! Amen«
ER liebt ja nicht nur jeden Erretteten, sondern erst recht auch jeden (noch) Verlorenen, jeden noch ´Suchenden`. Denn dafür hat ER, JHWH, SEINEN geliebten Sohn JESUS CHRISTUS nicht nur für dich und mich, sondern für jedes seiner Geschöpfe hingegeben. Ob es uns nun passt oder nicht, JHWH hat es so bestimmt, dass vor allem die ´Erretteten` die Aufgabe haben, den ´Suchenden` durch ihr Zeugnis ein Leuchtturm in der Finsternis zu sein. Es ist eigentlich keine Last, sondern Erfüllung. Es gibt nichts Schöneres, als dabei sein zu dürfen, wenn ein Suchender den Weg vom endgültigen Tod zum Ewigen Leben findet. Wir dürfen dieses Fest mit den Engeln im Himmel feiern, wenn jemand diesen Schritt über den Abgrund geht, der uns von unserem Vater in den Himmeln trennt. Dieses Zeugnis für die Verlorenen ist gerade nicht die besondere Aufgabe der Missionare, Priester, Pfarrer, Pastoren, Theologen und Evangelisten! Vielmehr:
Dieser Auftrag gilt allen Erretteten, allen, die verloren waren und nun schon errettet sind, aber noch auf dieser Erde leben!
Allein dieser Missionsbefehl macht deutlich, dass JESUS eine Unterscheidung in kirchliche Würdenträger und tatenlose ‘Schäfchen’ völlig fremd ist. ER befiehlt allen seinen Jüngern – und das waren weit mehr als die zwölf – alle Nationen zu Jüngern zu machen. Jünger machen Jünger, und nicht: Theologen sammeln Schafe. Du, genau du bist gemeint! Es ist dein Auftrag, Suchende in den Dienst zu JESUS zu führen, damit sie SEINE Jünger werden, die wiederum andere in den Dienst JESU führen. Dienende Unterordnung und Gemeinschaft auf Augenhöhe sind Kennzeichen dieses himmlischen Schneeballsystems. Es hat eine Weile gedauert, bis ich anfing zu verstehen …
E2016, 1. Korinther 9:24ff, <IKG>:
Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt! Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen. Darum laufe ich wie einer, der nicht ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust wie einer, der nicht in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen verkünde und selbst verworfen werde.
Wir übersehen leicht, wen Paulus hier anspricht. Die Zielgruppe sind die Erretteten, nicht alle Menschen. Und der Siegespreis ist nicht das Ewige Leben, denn das haben die Erretteten ja schon. Der Siegespreis wird hier nicht näher benannt, aus dem Zusammenhang wird aber deutlich, dass der Wert unermesslich ist, viel kostbarer als alles, wofür sich der eine oder andere hier auf der Erde abrackert. Paulus würde uns hier belügen, wenn es sich in Wahrheit gar nicht lohnen würde, um den Siegespreis zu kämpfen. Es erwartet uns sicher nicht die große Gleichmacherei im ´Reich Gottes`. Es gibt sehr wohl etwas zu verdienen für das Ewige Leben. Nur gerade nicht den Zugang selbst, der wird allen Erretteten durch das Blut JESU erkauft, siehe Johannes 3:16 und viele andere Stellen in der Heiligen Schrift.
Viele Fehlinterpretationen der Bibel sind dadurch entstanden, dass nicht darauf geachtet wurde, welche Zielgruppe gemeint war. Es ist nicht ohne Belang, ob alle Menschen, die Juden, die Heiden, die Erretteten, die Pharisäer, die Lehrer usw. angesprochen werden. Viele, wenn nicht die allermeisten Aussagen der Bibel können nur richtig verstanden werden, wenn Zielgruppe und Situation der Aussage in das Verstehen-wollen einbezogen werden. Erinnerst du dich an das, was ich dazu in dem Kapitel ‘Prüfet alles’ geschrieben habe?
Johannes 3:16 richtet sich an alle Menschen. Das Ewige Leben und der Eingang in das Reich Gottes wird allen geschenkt, die an JESUS glauben, d. h. darauf vertrauen, dass die unüberwindliche Kluft ihrer Schuld durch JESU Tod am Kreuz auf wundervolle und nicht verstehbare Weise überwunden wurde und nun JESUS für sie zu dem einen, einzigen Weg zu JHWH geworden ist. Außerdem gehört zu dem ‘an JESUS glauben’, das zu tun, was ER uns sagt.
Matthäus 28:19+20 und 1. Korinther 9:24ff richten sich jedoch (nur) an die Erretteten, also an die, die das Ewige Leben schon haben. Ich möchte das mit der folgenden kleinen Tabelle verdeutlichen: