Wilfried Kürschner

Grammatisches Kompendium


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der Homophonie, die Homophonien (Betonung auf -nie, Trennung: Ho-mo-pho-nie)

      das Homophonhomophon/Homophon, des Homophons, die Homophone (Betonung auf -pho(n)-) – Adjektiv: homophonhomophon/Homophon

      (Die Zeichen/Wörter) Moor und Mohr sind homophon/sind Homophone.

      2.1/7 HomographieHomographie

      Beziehung zwischen zwei (oder mehr) homonymen ZeichenZeichen mit orthographischOrthographie gleichen, aber lautlich unterschiedlichen AusdrucksseiteAusdrucksseiten.

      Beispiele:

      Montage ‘mehrere erste Tage der Woche’ –Montage ‘das Montieren’

      Druckerzeugnis ‘gedrucktes Erzeugnis’ –Druckerzeugnis ‘Zeugnis eines Druckers’

      umfahren ‘zu Fall bringen’ – umfahren ‘um … herumfahren’

      

die Homographie, der Homographie, die Homographien (Betonung auf -phie, Trennung: Ho-mo-gra-phie)

      das Homographhomograph/Homograph, des Homographs, die Homographe (Betonung auf -gra(ph)-) – Adjektiv: homographhomograph/Homograph

      (Die Zeichen/Wörter) Montage und Montage sind homograph/sind Homographe.

      2.2 Zur Beschreibung der InhaltsseiteInhaltsseite

      2.2/1 SememSemem

      BedeutungBedeutung = InhaltInhalt eines ZeichenZeichens; im Fall von MehrdeutigkeitMehrdeutigkeit = AmbiguitätAmbiguität (▶ Nr. 2.1/2): eine der BedeutungBedeutungen = einer der InhaltInhalte = eine der LesartLesarten = eine der BedeutungsvariantenVarianteBedeutungs-Bedeutungsvariante eines Zeichens.

      Beispiel:

      Mit der AusdrucksseiteAusdrucksseite Birne sind drei Sememe = Lesarten = Bedeutungsvarianten verbunden: 1. ‘Frucht des Birnbaums’, 2. ‘Leuchtkörper’ , 3. ‘Kopf’ (umgangssprachlich).

      

das SememSemem, des SememSemems, die SememSememe (Betonung auf -me(m)-)

      2.2/2 Semantisches MerkmalMerkmalsemantischessemantisches Merkmal = SemSem

      Kleinstes Bedeutungselement, Baustein eines SememSemems.

      Beispiel:

      Die BedeutungBedeutungen = InhaltInhalte = SememSememe der ZeichenZeichen Mann, Junge und Ochse haben das semantische Merkmal = das SemSem ‘männlich’ gemeinsam, Mann und Junge außerdem das semantische Merkmal ‘Mensch’. Mann und Junge unterscheiden sich hinsichtlich des Wertes des semantischen Merkmals ‘erwachsen’ voneinander (‘+erwachsen’/[+erwachsen] bzw. ‘−erwachsen’/[−erwachsen], lies: »plus erwachsen« bzw. »minus erwachsen«), von beiden unterscheidet sich das SememSemem von Ochse durch das semantische Merkmal ‘Rind’, das anstelle von ‘Mensch’ vorhanden ist.

      

Angaben zu SememSememen und semantischen Merkmalensemantisches Merkmal stehen in halben AnführungszeichenAnführungszeichenhalbes-, semantische Merkmale auch in eckigen KlammernKlammereckigeeckige Klammer.

      2.2/3 DenotationDenotation = denotative BedeutungBedeutungdenotativedenotative Bedeutung

      Konstante begriffliche Grundbedeutung eines Zeichens.

      2.2/4 KonnotationKonnotation = konnotative BedeutungBedeutungkonnotativekonnotative Bedeutung

      Zur denotativen Bedeutungdenotative Bedeutung eines Zeichens hinzutretende semantische MerkmaleMerkmalsemantischessemantisches Merkmal, die die Grundbedeutung begleiten, sie überlagern und ihr Emotionalität, Einschätzung und Bewertung verleihen; BegleitvorstellungBegleitvorstellung.

      Beispiele:

      sterben (konnotationsfrei) –abkratzen ‘sterben, elend’ – verscheiden ‘sterben, in Würde’

      Pferd (konnotationsfrei) – Gaul ‘Pferd, abwertend’

      2.2/5 DesignatDesignat

      Klasse von außersprachlichen Objekten (Gegenständen, Verhältnissen, Eigenschaften, Sachverhalten), auf die ein ZeichenZeichen oder eine Zeichenverbindung anwendbar ist.

      Beispiel:

      Die Menge der Steine ist das Designat des Zeichens Stein.

      

das Designat, des Designats, die Designate (Betonung auf -na(t)-)

      2.2/6 ReferenzReferenz

      In der ParoleParole = in der RedeRede (▶ Nr. 1.2/3) vorgenommene sprachliche Bezugnahme auf eine Realität, auf die wahrgenommene oder eine vorgestellte Welt, auf ein außersprachliches Objekt (einen Gegenstand, ein Verhältnis, eine Eigenschaft, einen Sachverhalt).

      Beispiel:

      Bei der Äußerung eines Satzes wie Der Stein glänzt wird auf einen bestimmten, konkreten Stein Bezug genommen = auf ihn referiert.

      

die Referenz, der Referenz (Plural nicht gebräuchlich)

      Verb: referieren

      2.2/7 ReferentReferent = DenotatDenotat

      Das außersprachliche Objekt (ein Gegenstand, ein Verhältnis, eine Eigenschaft, ein Sachverhalt), auf das mithilfe sprachlicher Zeichen Bezug genommen wird; das, was ein Zeichen bei seiner Verwendung in der ParoleParole = in der RedeRede (▶ Nr. 1.2/3) bezeichnet.

      Beispiel:

      Bei der Äußerung eines Satzes wie Der Stein glänzt ist der bestimmte, in der Sprechsituation gemeinte Stein der Referent des Zeichens Stein.

      

der Referent, des Referenten, die Referenten

      das Denotat, des Denotats, die Denotate (Betonung auf -ta(t)-)

      2.3 Beziehungen zwischen Zeicheninhalten

      2.3/1 Hyponymhyponym/Hyponym

      ZeichenZeichen, das inhaltlich den UnterbegriffUnterbegriff eines anderen bildet. Es steht zum OberbegriffOberbegriff = zum Hyperonymhyperonym/Hyperonym = zum Supernymsupernym/Supernym (▶ Nr. 2.3/2) im Verhältnis der HyponymieHyponymie.

      Beispiele:

       schreiten – gehen

       Rose – Blume

       dunkelrot – rot

      Zeichen, die gemeinsam Hyponyme eines anderen sind, sind Kohyponymkohyponym/Kohyponyme, z. B.:

       Rose, Tulpe, Nelke – Blume

       schreiten, trippeln, marschieren – gehen

      

das Hyponym, des Hyponyms, die Hyponyme (Betonung auf -ny(m-), Trennung: Hyp-onym oder Hy-po-nym)

      die Hyponymie, der Hyponymie (Plural ungebräuchlich, Betonung auf -mie)

      Adjektiv: hyponym

      das Kohyponym, des Kohyponyms, die Kohyponyme

      die Kohyponymie, der Kohyponymie (Plural ungebräuchlich)

      Adjektiv: