Martina Meier

Wünsch dich ins Wunder-Weihnachtsland Band 8


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sagte Max. „Nachher ist doch etwas kaputt. Wir müssen alles testen.“

      Lia gab ihm recht. Ärgerlich war nur, dass sich ihr Bruder standhaft weigerte, mit ihr und dem Puppenbaby zu spielen.

      Endlich war der lang ersehnte Heilige Abend da. Die Gaststätte blieb heute geschlossen, die Eltern hatten einmal Zeit für ihre Kinder. Wie üblich war das Wohnzimmer schon seit dem frühen Nachmittag abgeschlossen. Mutter hatte geheimnisvoll darin herumgewerkelt, während der Vater darauf achtete, dass keines der Kinder durch das Schlüsselloch lugte.

      „Ich bin ganz gespannt, was das Christkind euch nachher bringt“, lächelte er.

      Lia grinste schelmisch zurück. „Ich weiß ... aua!“ Sie wurde von ihrem Bruder unterbrochen, der ihr unter dem Tisch kräftig gegen das Schienbein trat. „Ich weiß genau, dass das Christkind mir etwas ganz Schönes bringt.“ Sie funkelte Max böse an und rieb sich das Bein. Der Vater schien nichts mitbekommen zu haben, denn er fuhr seiner Tochter über das Haar.

      „Ja, wo du auch immer so lieb warst.“

      Nach dem Abendessen war es dann soweit. Dieses Mal hatten sich beide Eltern im Wohnzimmer eingeschlossen.

      „Was die für ein Theater machen“, brummte Max. „Christkind, pah“, er schnaubte durch die Nase. „Wer glaubt denn noch an so etwas.“

      Ehe Lia ihm antworten konnte, ging die Tür zum Wohnzimmer auf und eine strahlende Mutter winkte die Kinder ins Zimmer. „Das Christkind war da. Ich habe es gerade zum Fenster hinausgelassen. Schließlich muss es noch andere Kinder beschenken.“

      Vater nickte bekräftigend mit dem Kopf. Zögernd traten die Kinder ein. Lia schluckte. Sie konnte sich gar nicht richtig freuen, denn unter dem Christbaum lagen ja all die Geschenke, mit denen sie schon seit Wochen gespielt hatte. Sie nahm die Babypuppe aus dem Bettchen.

      „Das ist eine schöne Puppe“, sagte sie lahm.

      Auch Max nahm gelangweilt den Deckel der Rennbahn ab und musterte den Inhalt. Die Eltern sahen sich verblüfft an. Die Mutter befühlte Lias Stirn. „Ich glaube, das Kind hat Temperatur“, an ihre Tochter gewandt fuhr sie fort: „Du hast bestimmt mit Sarah von nebenan gespielt, nicht wahr. Ich habe dir das verboten! Das Mädchen hat die Windpocken und jetzt hast du dich angesteckt!“ Ehe Lia sich versah, lag sie im Bett, hatte ein Fieberthermometer im Mund und eine Tasse Kamillentee auf dem Nachttisch.

      „Ich bin nicht krank ...“, nuschelte sie, doch ihre Mutter ließ sich nicht beirren.

      „Nicht reden, jetzt wird Fieber gemessen. Dein Bruder ist gleich auch noch dran. Das ist ja eine schöne Bescherung!“ ... und in diesem Punkt konnten die Kinder ihrer Mutter nur zustimmen.

      Angie Pfeiffer wurde 1955 in Gelsenkirchen geboren. Sie veröffentlichte bereits zahlreiche Romane, 15 eBooks, Kurzgeschichten in Anthologien und Literaturzeitschriften, sowie in der Tagespresse. Home: angie-pfeiffer.com.

      *

      Snowy findet eine Frau

      Snowy, der Weihnachtsschneemann, lebt glücklich im Dorf des Weihnachtsmannes. Seit dem letzten Weihnachtsfest wohnen dort auch seine besten Freunde. In den Wochen vor Weihnachten ist Snowy unterwegs, um die Wunschzettel der Kinder einzusammeln. Den Rest des Jahres verbringt er, wie alle Weihnachtsschneemänner, im Weihnachtsdorf.

      Mit Timmi und Lisa, seinen beiden Menschenkinderfreunden, verbringt er viel Zeit und die drei haben Spaß miteinander.

      In letzter Zeit denkt Snowy oft darüber nach, wie es wäre, eine eigene Familie zu haben. Viele seiner Freunde haben inzwischen geheiratet. Manch einer hat bereits ein Kind. Snowy würde gern eine nette Schneefrau finden, um mit ihr in seinem Häuschen zu leben.

      Die Weihnachtszeit rückt näher und bald muss Snowy auf Reisen gehen. Wie schön wäre es, zu wissen, dass jemand auf seine Heimkehr wartet.

      Timmis Mutter spürt die Sehnsucht des Schneemanns. Sie überlegt, ob es eine Möglichkeit gibt, ihm bei seiner Suche zu helfen.

      Carola beratschlagt mit ihrer Freundin, der Hexe Rabazza, was man machen könnte.

      Nach einer Weile beschließen die zwei, ein Fest zu feiern. Es soll kurz vor Snowys Abreise stattfinden. Nachdem sie den Entschluss gefasst haben, machen sich die Frauen an die Vorbereitungen. Timmi und Lisa helfen mit Feuereifer. Auch sie wünschen sich, dass ihr Freund glücklich ist.

      Die Planer überlegen, wo die Feier stattfinden soll und wen sie einladen sollen. Natürlich stehen Snowys Freunde auf der Gästeliste. Was noch wichtiger ist, ist das sich eine passende Schneefrau unter den Gästen befindet.

      Rabazza will versuchen herauszufinden, ob es eine Schneefrau gibt, die Snowy besonders gern mag. Mit ihren Zauberkräften kann sie sich heimlich im Dorf bewegen. Normalerweise tut sie das nicht, doch für Snowys Glück will sie eine Ausnahme machen. Sie versucht, sich umzuhören und an die gewünschte Information zu kommen.

      Carola nutzt dafür ihren Job in der Näherei. Sie hat dort einige Schneefrauen um sich und möchte sich bei diesen umhören. Natürlich soll keiner merken, was sie vorhat.

      Es dauert nicht lange, dann sind sie sich sicher, eine Schneefrau gefunden zu haben, die in Snowy verliebt ist. Ariana arbeitet in der Näherei. Die Schneefrau ist etwas jünger als Snowy.

      Carola hat gehört, wie die junge Frau ihren Freundinnen von Snowy vorgeschwärmt hat. Sie ist jedoch zu schüchtern, um sich dem Weihnachtsschneemann zu nähern und ihm zu zeigen, was sie empfindet. Für Ariana ist klar, dass dieser ihre Gefühle nicht erwidert. Er ist schließlich ein berühmter Weihnachtsschneemann und sie eine kleine Näherin.

      Rabazza und Carola beschließen, Ariana zu ihrem Fest einzuladen. Die junge Schneefrau soll neben Snowy sitzen, sodass die zwei sich kennenlernen können.

      Die Vorbereitungen für das Fest laufen auf Hochtouren. Die Einladungen sind verteilt und alle haben zugesagt. Lisa und Timmi helfen beim Kochen und Backen. Sie freuen sich auf die Feier und sind gespannt, was Snowy zu Ariana sagen wird.

      Am Tag der Feier besuchen die Kinder Snowy in seinem Haus. Der Weihnachtsschneemann freut sich, seine Freunde zu sehen. Die drei reden über die bevorstehende Feier. Snowy findet es toll, dass Rabazza und Carola diese organisiert haben. Es ist die erste „Gute-Reise-Feier“, die er erlebt.

      Um die Zeit bis zum Beginn des Festes zu überbrücken, spielen die drei verschiedene Spiele. Timmi und Lisa versuchen vorsichtig herauszufinden, ob Snowy sich für eine bestimmte Schneefrau interessiert. Da sie nicht möchten, dass er ihre Absicht erkennt, müssen sie das geschickt anstellen. Leider kommen sie so nicht zu ihrem Ziel.

      Endlich ist es soweit! Timmi und Lisa machen sich gemeinsam mit Snowy auf den Weg. Die drei sind fröhlich und ausgelassen. Snowy versucht herauszufinden, was es alles zu Essen geben soll. Lisa und Timmi zählen lauter Leckereien auf.

      Am Ziel angekommen wird Snowy von Rabazza und Carola begrüßt. Sie führen ihn zu seinem Platz. Auf dem Tisch stehen Tischkarten und der Weihnachtsschneemann wirft einen neugierigen Blick auf die Karte neben seinem Platz.

      Als er Arianas Namen liest, fängt es in seinem Bauch an, zu kribbeln. Er hat die Schneefrau schon öfter getroffen. Sie gefällt ihm. Bisher hatte er sich jedoch nicht getraut, sie anzusprechen. Dass sie neben ihm sitzen soll, gibt ihm die Chance, Ariana näher kennenzulernen.

      Nach und nach trudeln die Gäste ein. Snowy freut sich, alle zu sehen. Er kann es kaum erwarten, dass seine Tischnachbarin eintrifft. Endlich betritt Ariana den Raum. Sie hat sich besonders hübsch gemacht. Snowys Herz hüpft vor Freude, als sie zu ihm kommt.

      Schüchtern lächelt Ariana Snowy an. „Hallo, Snowy! Ich freue mich, dass ich zu deiner Feier eingeladen bin.“

      Snowy lächelt ebenfalls. „Es ist schön, dich hier zu treffen. Und welch ein Glück ich habe, dass du neben mir sitzen wirst.“

      Die beiden setzen sich und bald sind sie so in ihre